Münch Alexander
Mitbegründer und Leiter des Hauptmann-Archivs Radebeul
* 21.11.1900 Dresden 18.10.1984 Dresden Oberbärenburg, Waldfriedhof
VErnst Friedrich (1875-1946), KaufmannMRosa, geb. Müller (1875-1943)1924 Auguste Martha, geb. Richter (1900-1986)TElke; Ute
GND: 13799639X

M. erlangte als Mitbegründer und langjähriger Leiter des Hauptmann-Archivs in Radebeul überregionale Bedeutung. – Nach seiner Schulausbildung erlernte B. den Beruf des Industriekaufmanns und war in der Sächsischen Cartonnagen-Maschinenfabrik AG in Dresden tätig, bis 1933 auch als Betriebsrat. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm er die Kulturarbeit in dieser Fabrik, die 1946 in den VEB Sächsische Kartonagenmaschinen umgewandelt wurde. – 1950 übernahm M. von Hansgerhard Weiss die Leitung des Hauptmann-Archivs im „Hohenhaus“ in Radebeul. Zuvor war er dort bereits als ehrenamtlicher Mitarbeiter tätig gewesen. M. brachte seine umfangreiche Privatsammlung von Büchern der Gebrüder Gerhart und Carl Hauptmann in das Archiv ein, das 1949 aus der im Jahr zuvor eröffneten, bis dahin aber nicht öffentlichen Hauptmann-Gedenkstätte hervorgegangen war. Das Archiv besaß eine umfangreiche Materialsammlung. Zu den dort verwahrten Archivalien gehörten u.a. Werkausgaben, Autografen, Jahrbücher, Biografien, Sonderdrucke, Theaterzettel, Verlagsanzeigen, Bildmaterial, Kompositionen, Werke von und über Zeitgenossen, Zeitungsartikel, Zeitschriftenaufsätze und Theaterkritiken. Die Bemühungen der Stadt Radebeul und des Rats des Bezirks Dresden, im Hohenhaus eine öffentliche Hauptmann-Gedenkstätte einzurichten, scheiterten. Vom Hohenhaus wurde das Archiv 1950 zunächst ins Kavaliershaus in Hoflößnitz, 1961 in ein Gebäude in der Radebeuler Innenstadt verlegt. – Über die Sammlung dieser umfangreichen Materialien hinaus war M. bestrebt, die Bekanntheit des Archivs durch Vorträge, Ausstellungen und Veröffentlichungen zu steigern und so einen Beitrag zur Wahrung des Andenkens an die Gebrüder Hauptmann zu leisten. So konnte z.B. 1980 die Herausgabe des Briefwechsels zwischen Gerhart Hauptmann und Ludwig von Hofmann abgeschlossen werden, nachdem M. der Witwe Hofmanns geholfen hatte, dessen Nachlass zu ordnen. Auch zu ausländischen Institutionen unterhielt das Archiv ständige Arbeitskontakte, so z.B. zu den US-amerikanischen Universitäten Ann Arbor, Chicago und Pittsburgh, zur Universität Waterloo in Kanada, zur Staatlichen Universität Kyoto, zum Maxim-Gorki-Literaturinstitut in Moskau sowie zu einzelnen Forschern in England und Norwegen. Auch zu einzelnen Mitgliedern der Familie Hauptmann unterhielt das Archiv gute Beziehungen, z.B. zu Gerharts Sohn Eckart und zu Carls Tochter Monona. – Mit großem Engagement gelang es M. in seiner mehr als 30-jährigen Tätigkeit bis zur Verlagerung des Archivs in das Hauptmann-Museum Erkner bei Berlin 1982 eine Sammlung von über 20.000 Einzelstücken zusammenzutragen. Durch sein Wirken erlangte das Archiv internationale Bekanntheit.



W  Bericht aus dem Hauptmann-Archiv, in: Die Vorschau - Radebeul, Moritzburg, Radeburg 1956, H. 6, S. 12f.; mit R. Rohmer, Gerhart Hauptmann, Leipzig 1958; Zwanzig Jahre Hauptmann-Archiv Radebeul, Radebeul 1969.

L  D. Malschewski, Das Porträt: Alexander M., in: Die Vorschau - Radebeul, Moritzburg, Radeburg 1960, H. 7, S. 12; G. Erdmann, Zum Tode von Alexander M., in: Neue Zeit 259/1984, S. 4. – M. Altner, Sächsische Lebensbilder, Radebeul 2001, S. 68-70 (Bildquelle).



Manfred Altner
15.9.2011


Empfohlene Zitierweise:

Manfred Altner, Münch, Alexander, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (29.4.2017)

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