Sächsische Biografie - das personengeschichtliche Lexikon zur Geschichte Sachsens


Über das Projekt


Ausgestattet mit den Vorzügen moderner Informationsmedien präsentiert die „Sächsische Biografie“ historisch bedeutsame Personen, die in der Mark Meißen, in Kursachsen bzw. im Königreich bis hin zum heutigen Freistaat Sachsen gewirkt haben.

Das vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., Dresden, herausgegebene Onlinelexikon bietet die Lebensdaten bedeutender Frauen und Männer aus verschiedenen Lebensbereichen sowie erste vollständige Kurzbiografien. Dieser Bestand wird sukzessive erweitert. Im Vergleich zu den großen nationalen Lexika geht es der „Sächsischen Biografie“ auch um das Erinnern an weniger prominente bzw. vergessene Personen, die dennoch bleibende Spuren in der sächsischen Geschichte hinterlassen haben.

Mit diesem Langzeitprojekt kommt das 1997 auf Beschluss des Sächsischen Landtags gegründete Dresdner Forschungsinstitut seiner vorrangigen Aufgabe nach, Grundlagenforschung zur sächsischen Landesgeschichte zu betreiben. Seit 1999 erfassten die Bearbeiter mit Hilfe zahlreicher Spezialisten einzelner Fachgebiete und unterstützt von Nachwuchswissenschaftlern und Studenten fast 10 000 für Sachsen bedeutsame Personen. Seit Juni 2005 sind große Teile dieser Personendatenbank mit biografischen Kerndaten sowie eine stets wachsende Zahl vollständiger Lexikonartikel einschließlich ihrer Druckversion frei und kostenlos im Internet zugänglich. Parallel dazu erfolgten technische und optische Umstellungen im Internetauftritt (Einbindung von Ajax-Programmierung unter Verwendung von Cascading Style Sheets), die auf eine nutzerfreundlichere Oberfläche und effizientere Suchmöglichkeiten zielten.

Die „Sächsische Biografie“ ist bewusst ergänzungsoffen angelegt und strebt durch den Einsatz neuer Informationstechnologien eine intensive wechselseitige Kommunikation an. Die Bearbeiter wollen damit Daten und Lexikonartikel schneller an die Nutzer bringen und versprechen sich zugleich Anregungen sowie auch Hinweise auf potenzielle Autoren für weitere Biografien. Informationen solcher Art können über das Feld „Kontakt“ schnell und problemlos übermittelt werden.

biographie-portal
Seit Mai 2012 sind die Artikel der „Sächsischen Biografie“ auch über das europäische „Biographie-Portal“ recherchierbar. Das Projekt beruht auf einer Kooperation zwischen der Bayerischen Staatsbibliothek, der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Stiftung Historisches Lexikon der Schweiz. Mithilfe eines gemeinsamen Registers werden bereits über 100.000 wissenschaftlich fundierte Biografien aus fast allen gesellschaftlichen Bereichen und historischen Epochen erschlossen. Auch in Zukunft soll das „Biographie-Portal“ um weitere nationale und regionale biografische Nachschlagewerke aus ganz Europa ergänzt werden.



Publikationsformen

Die "Sächsische Biografie" ist als wissenschaftliches Nachschlagewerk konzipiert. In der vorliegenden Form beschreitet das Projekt dank einer vom ISGV und der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (FS) entwickelten Software neue Wege lexikografischer Arbeit. Damit lassen sich die Biografien mit modernen Methoden nicht nur schneller publizieren, sondern es bietet sich ebenso der Vorteil verbesserter Recherchemöglichkeiten und kürzerer Zugriffszeiten für den Nutzer. Wichtig war den Bearbeitern eine höhere Flexibilität der Artikelaufnahme und -bearbeitung ohne Diktat eines alphabetischen Publikationsverfahrens. In einem nächsten Schritt sollen die bislang einfachen Suchabfragen erweitert und damit komplexe Anfragen ermöglicht werden.

Darüber hinaus wird auch die Publikation in Buchform angestrebt. In den nächsten Jahren ist zunächst vorgesehen, Einzelbände mit Biografien zu bestimmten thematischen und zeitlichen Schwerpunkten zu publizieren und somit das Interesse am Gesamtvorhaben der „Sächsischen Biografie“ zu wecken und zu erhalten.



Welche Personen finden Berücksichtigung?

Erfasst wurden bedeutende und bereits verstorbene Personen, die über einen kürzeren oder längeren Zeitraum in und für Sachsen gewirkt haben. Das heißt, dass auch nach Sachsen Zugewanderte berücksichtigt wurden, während die lediglich hier Geborenen, die aber schon im Rahmen der Ausbildung oder wenig später das Land verließen, in der Regel nicht aufgenommen wurden. Ausnahmen bilden besonders eng mit Sachsen in Verbindung gebrachte Personen, die dann allerdings mit Schwerpunkt auf ihre sächsischen Bezüge behandelt werden.

Vertreten sind Frauen und Männer aus den Bereichen Wissenschaft und Kunst, Politik und Verwaltung, Wirtschaft und Technik, Handel und Verkehr, Schule, Kirche und soziales Leben. Aufnahme finden neben Gelehrten, Politikern und Parlamentariern auch Juristen, Geistliche, Dichter, Maler, Land- und Forstwirte oder Sportler bis hin zu Opfern und Tätern des NS-Regimes sowie Oppositionellen und Regimetreuen der DDR-Zeit.

Wesentliches Anliegen der "Sächsischen Biografie" ist die Auswahl auch wenig bekannter Personen, die unter dem Aspekt ihrer überlokalen Wirkung bzw. ihrer überlokalen Relevanz aufnahmewürdig sind. Im Zweifelsfall wurden bislang eher mehr Personen aufgenommen, die in enger Kooperation mit Spezialisten und Fachberatern noch präziser zu gewichten und auszuwählen sein werden.



Welche zeitlichen und räumlichen Grenzen liegen zugrunde?

Der zeitliche Rahmen erstreckt sich vom allmählichen Einsetzen von Schriftlichkeit in der Mark Meißen etwa seit dem 10. Jahrhundert bis zur Gegenwart des Freistaats Sachsen.

Räumlich greift die „Sächsische Biografie“ über die Grenzen des heutigen Landes Sachsen hinaus. Ausschlaggebend sind die jeweiligen historischen Landesgrenzen. Abweichungen von diesem Grundsatz ergeben sich in Ausnahmefällen, um auf diese Weise unabhängig von politisch-administrativen Zugehörigkeiten heute zu Sachsen gehörende Landschaften und Gebiete nicht auszugrenzen. Dies betrifft insbesondere die Oberlausitz, die auch vor ihrer Einbeziehung in den sächsischen Kurstaat im Jahr 1635 berücksichtigt wird, ebenso wie die nach 1990 wieder zum Freistaat Sachsen gelangten ehemals preußischen Gebiete (die seit 1952 zum Bezirk Leipzig gehörenden Altkreise Delitzsch, Eilenburg und Torgau), die auch im Zeitraum nach 1815 mit erfasst werden. Im Hinblick auf die räumliche Abgrenzung von Thüringen und damit von einstigen ernestinischen Gebieten gilt 1547 mit der Begründung des albertinischen Kurfürstentums im Zuge der Wittenberger Kapitulation als wichtige Zäsur. Was die DDR-Zeit und die damaligen Bezirke betrifft, orientiert sich die Personenauswahl an den Grenzen des heutigen Freistaats.



Aufbau der
Lexikonartikel

Die Biografien stellen die Herkunft, den Lebenslauf und die Lebensleistung einzelner Personen sowie auch Familien nach einheitlichen Richtlinien dar. Die Länge der Beiträge ist unterschiedlich bemessen und richtet sich nach der Bedeutsamkeit der jeweiligen Person sowie nach der Quellenlage.

Zugrunde gelegt wurde ein einheitliches, im Wesentlichen an der Neuen Deutschen Biographie orientiertes Grundschema der Artikel. Sie umfassen Angaben zu Konfession, Genealogie, Bildungsgang und beruflicher Karriere sowie zu den herausragenden Lebensleistungen und Ehrungen einschließlich einer kritischen historischen Würdigung und Einordnung. Hinzu kommen eingehende Nachweisapparate der Werke, Quellen und Sekundärliteratur sowie ggf. Hinweise auf Porträts.

Die Ordnung der Kurzbiografien erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen. Angehörige des regierenden Fürstenhauses Wettin und anderer Familien fürstlichen Standes sowie des Adels und der Geistlichkeit des Mittelalters (Bischöfe, Äbte u.a.) sind unter den jeweiligen Vornamen aufgeführt. Gibt es verschiedene Schreibweisen für einen Namen, richtet sich die Einordnung nach der gebräuchlichsten, wobei Namensvarianten, Pseudonyme und Mädchennamen der Frauen sowie auch deutsche Entsprechungen sorbischer Personennamen jeweils in Klammern angegeben werden. Mittlerweile wurde mit dem Einfügen von Querverweisen innerhalb der Lexikonartikel begonnen.


Alle Urheberrechte des Onlinelexikons „Sächsische Biografie“ liegen beim Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., Dresden. Für alle elektronisch publizierten Texte gelten dieselben Regeln wie für gedruckte Publikationen. Die Zitierweise ist den einzelnen Artikeln beigefügt.

Martina Schattkowsky
November 2006



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