Rouvroy Wilhelm Heinrich von
Generalleutnant der Artillerie, Publizist
* 15.1.1799 Torgau 6.6.1882 Dresden(ev.)
VGeorg Wilhelm Theodor (1772-1849), Kapitän der ArtillerieMgeb. FließbachGKarl Heinrich (1801-1865), Oberstleutnant der Artilleriegeb. Pörzler
GND: 117597872


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R. wurde bereits 1808 in die Listen der sächsischen Artillerie als Soldat eingetragen und erreichte 1811 den Rang eines Unteroffiziers. Mittlerweile als Sousleutnant geführt, trat er 1813 seinen Dienst im Artilleriekorps an. Vermutlich aufgrund seiner Jugend wurde er danach bis 1815 im Artilleriedepot eingesetzt. 1825 wurde er Premierleutnant, 1836 Hauptmann. Seit 1827 war R. Lehrer an der Militärakademie in Dresden und setzte diese Tätigkeit nach deren Aufhebung im Kadettenkorps fort. Mit der Beförderung zum Major 1849 tat R. Dienst als Stabsoffizier beim Kadettenkorps. Danach erfolgten die Ernennung zum Oberstleutnant und die Versetzung zum Fußartillerieregiment, dessen Oberst und Kommandeur er 1851 wurde. Bereits im selben Jahr erhielt er die Beförderung zum Generalmajor und Kommandeur des sächsischen Artilleriekorps. 1857 folgte die Erhebung in den Rang eines Generalleutnants. 1861 wurde R. pensioniert. – R.s Tätigkeit in der sächsischen Armee erstreckte sich auf die Entwicklung und Verbesserung der Artillerietechnik, darunter die Einführung einer Granatkanone und der eisernen Lafette, die beide in der Fachwelt seiner Zeit hohes Ansehen erlangten. Darüber hinaus erwarb sich R. besondere Verdienste als langjähriger Lehrer an sächsischen Militärschulen sowie als Autor von Werken zum Artilleriewesen und zur Mathematik und Ballistik. Seine „Theorie der Bewegung der Spitzgeschosse gezogener Feuerwaffen“ (1862) wurde ins Französische übersetzt. R. veröffentlichte zudem zwischen 1856 und 1864 mehrere Artikel in Oskar Schlömilchs „Zeitschrift für Mathematik und Physik“. In seiner Spätschrift „Die Religion der Zukunft“ (1875) wandte er sich gegen kirchliche Dogmen und vertrat Ansichten, die darauf schließen lassen, dass er dem Freimaurertum nahe stand. – Für seine Verdienste um die sächsische Artillerie wurde er mit dem Komturkreuz des Verdienstordens erster Klasse ausgezeichnet.



W  Vorlesungen über die Anfangsgründe der Physik und Chemie, als Vorbereitung zum Studium der Artillerie, Dresden/Leipzig 1829; Leitfaden zum Unterricht in der Mathematik, 4 Bde., Dresden/Leipzig 1836-1837; Algebraische Aufgaben und Auflösung, Dresden 21856; Dynamische Vorstudien zu einer Theorie der gezogenen Feuerwaffen, Dresden 1858; Theorie der Bewegung der Spitzgeschosse gezogener Feuerwaffen, Dresden 1862; Die Religion der Zukunft, Leipzig 1875.

L  H. A. Verlohren, Stammregister und Chronik der Kur- und Königlich Sächsischen Armee von 1670 bis zum Beginn des Zwanzigsten Jahrhunderts, hrsg. von M. Barthold/F. Verlohren, Leipzig 1910, S. 443. – ADB 29, S. 409; DBA I, II.

P  Ölgemälde, Militärhistorisches Museum der Bundeswehr, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Abteilung Deutsche Fotothek (Bildquelle).



Gunter Janoschke
22.8.2005


Empfohlene Zitierweise:

Gunter Janoschke, Rouvroy, Wilhelm Heinrich von, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (27.6.2017)

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