B. war in Wilhelminischer Zeit einer der populärsten Schriftsteller für Kinder und Jugendliche und wird der Gruppe der sog. realistischen Eklektizisten des 19. Jahrhunderts zugerechnet. Seine Zeit in Leipzig, wo er als Redakteur und Autor für die Zeitschrift „Gartenlaube“ arbeitete, trug entscheidend zu seiner weiteren Laufbahn als Schriftsteller bei. – B. besuchte zunächst die Franckeschen Stiftungen in Halle/Saale und nahm dort ein Studium an der Universität auf. Anschließend war er als Lehrer auf einem Gut sowie in Mücheln bei Merseburg tätig. Es folgte ein Besuch des Predigerseminars in Wittenberg. Seit 1871 war B. Redakteur und Mitautor am „Theologischen Universal-Lexikon“ (Elberfeld 1868-1874). Einem kurzen Aufenthalt in Marburg/Lahn lag die Absicht zugrunde, eine akademische Laufbahn einzuschlagen. Finanzielle Schwierigkeiten ließen B. jedoch ab 1876 einer Tätigkeit als Journalist und Schriftsteller nachgehen, und zwar zunächst als Chefredakteur der „Krefelder Zeitung“. Ende 1877 übersiedelte er gemeinsam mit seinem Freund, dem Schriftsteller Julius Lohmeyer, nach Leipzig, wo er im folgenden Jahr Redakteur und Autor der „Gartenlaube“ wurde. Sein erstmals in der Familienzeitschrift publizierter Roman „Aus gährender Zeit“ machte ihn einem größeren Publikum bekannt. In Leipzig wurde B. eines der ersten Mitglieder des „Allgemeinen Deutschen Schriftstellerverbands“. Während seiner Leipziger Zeit hatte er im Rahmen eines „Kränzchens“ freundschaftlichen Kontakt zu den Familien der sächsischen Mundartdichter Edwin Bormann und Georg Bötticher sowie zu den Familien von Julius Kleinmichel und Fedor Flinzer. Mit Letzterem war er auch verwandtschaftlich verbunden; seine Brüder Walter und Werner heirateten die beiden Töchter Flinzers. 1881 zog er mit seiner ersten Frau nach Bad Freienwalde, wo er ein gutes Auskommen als freier Schriftsteller hatte. Die letzten Lebensjahre verbrachte B. mit seiner zweiten Frau, der damals viel gelesenen Autorin Clara Blüthgen, abwechselnd in Berlin und Bad Freienwalde. – B. verfasste zahlreiche, oftmals idyllisierende Publikationen für Kinder und Jugendliche. Es entstanden nicht nur diverse Beiträge für Lohmeyers beim Alphons Dürr Verlag in Leipzig erscheinende Zeitschrift „Deutsche Jugend“, sondern auch Märchenbücher („Hesperiden“) und Bilderbücher mit Illustrationen von Oscar Pletsch, Kleinmichel oder Flinzer. Ferner veröffentlichte B. Gedichte, Romane und Opernlibretti („Die schwarze Kaschka“), die vielfach seine konservative, bürgerlich-nationale Gesinnung widerspiegeln.
