Kröber Heinrich Paul
Lehrer, Heimatforscher, Volkskundler
* 30.8.1881 Rittmitz bei Döbeln 10.4.1970 Bad Hersfeld(ev.)
VLehrer, KantorGHildegard1908 Pauline Klara Ida Ella, geb. KlingnerSEkkehard (* 1909); Dietmar (* 1919)TIngeborg (* 1913); Gertraude (* 1917)
GND: 14306147X





K. besuchte 1888 bis 1896 die Volksschulen in Rittmitz und Mockritz bei Döbeln. Anschließend absolvierte er 1896 bis 1902 das Lehrerseminar in Oschatz, das er mit der Reifeprüfung und einer speziellen musikalischen Prüfung beendete. 1902 bis 1904 war er Hilfslehrer in Tirpersdorf bei Oelsnitz/Vogtland. 1904 legte er seine Wahlfähigkeitsprüfung am Oschatzer Seminar ab. Nach einer weiteren einjährigen Hilfslehrertätigkeit in Oelsnitz wurde K. 1905 als ständiger Lehrer an der Volksschule in Leutzsch bei Leipzig (1922 eingemeindet) angestellt, wo er bis 1934 blieb. Danach unterrichtete er noch an zwei anderen Leipziger Volksschulen. Neben seiner Lehrertätigkeit besuchte er Kurse für Volks- und Heimatkunde in Leipzig, Dresden, Hamburg und Hannover, in denen er z.T. als Dozent tätig war. 1926 bis 1934 war K. Mitherausgeber der „Mitteldeutschen Blätter für Volkskunde“ und zudem aktiver Mitarbeiter in der „Vereinigung mitteldeutscher Ortsmuseen“. Er veröffentlichte in pädagogischen, volks- und heimatkundlichen Zeitschriften und Zeitungen Abhandlungen zu kulturgeschichtlichen und musealen Themen, zu Bräuchen und Festen sowie zu Sagen und namenkundlichen Fragen. Er war Mitglied in Lehrervereinen (bis 1933), im „Verein für die Geschichte Leipzigs“ und im „Verein für Volks- und Heimatkunde“. Da K. 1933 bis 1945 mit Ausnahme des Nationalsozialistischen Lehrerbunds keiner nationalsozialistischen Partei und Organisation angehörte, konnte er auch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs als Lehrer und dann ab September 1945 als Schulleiter in Leipzig tätig sein. Für seine historischen und heimatkundlichen Studien wurde er zeitweilig beurlaubt und finanziell unterstützt. Letztlich scheiterte K. jedoch an den ideologischen Orientierungen der DDR und wurde im Dezember 1950 als „undemokratischer Lehrer“ fristlos entlassen. 1962 siedelte er in die Bundesrepublik Deutschland über.



Q  Stadtarchiv Leipzig, Personalakten - Lehrer, Paul K.; Sächsisches Staatsarchiv - Hauptstaatsarchiv Dresden, Ministerium für Volksbildung; Sächsisches Staatsarchiv - Staatsarchiv Leipzig, PP-u, 604.

W  Hans Vopelius. Hauptmann der Pleißenburg zu Leipzig, Jena 1939.

P  Passfoto, Stadtarchiv Leipzig, Personalakten - Lehrer, Paul K. (Bildquelle).



Brigitte Emmrich †
21.3.2011


Empfohlene Zitierweise:

Brigitte Emmrich †, Kröber, Heinrich Paul, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (11.12.2017)

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