Otto Friedrich Fürst von Schönburg
MdL
* 22.10.1819 Waldenburg 13.12.1893 Waldenburg Schloss Lichtenstein, Fürstengruft(ev.)
VOtto Victor I. (1785-1859), Fürst von SchönburgMThekla, geb. von Schwarzburg-Rudolstadt (1795-1861)GMarie Caroline (1818-1829); Ida (1821-1895); Hugo (1822-1897); Emma (1824-1839); Mathilde (1826-1914); Georg (1828-1900), General der sächsischen Kavallerie; Ottilie (1830-1880); Carl Ernst (1836-1915)Pamela, geb. Freiin Labunska (1837-1901)SOtto Carl Victor (1856-1888); Otto Ludwig (1860-1888); Otto Sigismund (1866-1936); Friedrich (1867-1937)TThekla Marie (1862-1869); Elisabeth Mathilde (1864-1949); Luise (1869-1941)
GND: 11686463X






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O. besuchte das Pädagogium der Franckeschen Stiftungen in Halle und studierte anschließend Rechtswissenschaften in Tübingen, Göttingen und Leipzig. Nach dem Examen arbeitete er einige Jahre als Akzessist beim Stadtgericht Dresden und bei der Kreisdirektion Leipzig. Jedoch entwickelte er hier keine weiteren Ambitionen für den Staatsdienst, sondern trat im März 1848 eine ausgedehnte Reise nach England, Frankreich und Belgien an. Von den revolutionären Unruhen in den Schönburgischen Herrschaften, die in der Zerstörung des väterlichen Schlosses Waldenburg am 5.4.1848 gipfelten, erhielt O. erst nachträglich auf der Rückreise Mitteilung. – Trotz seiner schwachen Gesundheit trat O. im Herbst 1848 in die österreichische Armee ein, mit der er 1849/50 am Ungarnfeldzug teilnahm. Lange in Ungarn stationiert, schied O. 1854 krankheitsbedingt aus dem Kriegsdienst aus und widmete sich während der nächsten vier Jahre erneut der Reisetätigkeit. Nach dem Tod des Vaters übernahm O. 1859 die Herrschaften Waldenburg und Lichtenstein als Allein- und Hartenstein und Stein als Mitbesitzer. Von der Mitverwaltung Hartensteins zog er sich 1861 zurück und erhielt stattdessen das uneingeschränkte Besitzrecht über die Herrschaft Stein von seinem Onkel Heinrich Eduard übertragen. 1863 trat O. in die Erste Kammer des Sächsischen Landtags ein, in der er als schönburgischer Bevollmächtigter wechselweise die Lehnsherrschaften (1863-1864 und 1869-1874) und die Rezessherrschaften (1866) vertrat. O.s politisches Wirken erstreckte sich v.a. auf die Verhandlungen zur Einführung der sächsischen Gerichtsorganisation in den schönburgischen Rezessherrschaften. Diese konnte aufgrund anhaltenden schönburgischen Widerstands erst am 1.6.1865 mit der Bildung von sieben Gerichtsämtern und einem Bezirksgericht in Glauchau realisiert werden. Dauerhaft vermochte sich O. den Vereinheitlichungsbestrebungen des sächsischen Staats jedoch nicht zu entziehen. Dem Verzicht auf eine eigene Schulverwaltung 1873 folgte am 15.11.1878 der Verlust der letzten staatlichen Hoheitsrechte, u.a. der erstinstanzlichen Gerichtsbarkeit. O. beschränkte sich fortan auf unternehmerische Aktivitäten. Sein ausgesprochenes Interesse für technische Innovationen (1867 besuchte er die Weltausstellung in Paris) und seine Sparsamkeit ermöglichten ihm dabei eine überaus profitable Bewirtschaftung seiner Herrschaften. Finanzielle Überschüsse investierte er in neuen Grundbesitz, so z.B. in den Ankauf des Ritterguts Pomßen mit Naunhof, Fuchshain und Eicha (1890), der Waldherrschaft Glatzen (tschech. Kladská) und umfassender Braunkohlelager. Als Ritter des Johanniterordens bereiste O. Kriegsschauplätze und engagierte sich in der Pflege von Verwundeten. O. war Träger des Ordens der Sächsischen Rautenkrone und zahlreicher anderer Auszeichnungen.



L  E. Wilke, Dem Andenken weiland Seiner Durchlaucht des Fürsten O. von Schönburg-Waldenburg … gewidmet, Waldenburg 1915; J. Matzerath, Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte. Präsidenten und Abgeordnete 1833 bis 1952, Dresden 2001, S. 50; M. Wetzel, Das schönburgische Amt Hartenstein 1702-1878, Leipzig 2004, S. 146f., 199 u.ö.

P  O. von Schönburg-Waldenburg, Porträt in Hausuniform, Prinz E. v. Schönburg-Waldenburg, 1887, Ölgemälde, Stadtmuseum Meißen.



Michael Wetzel
7.11.2007


Empfohlene Zitierweise:

Michael Wetzel, Otto Friedrich, Fürst von Schönburg, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (18.8.2017)

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