Miltitz (zu Siebeneichen, Langburkersdorf und Berthelsdorf) Nickel (Nicol) Gebhard von
Hof- und Justizrat, Geheimer Rat, Rittergutsbesitzer
* 3.10.1597 Steinburg/Thüringen 9.4.1635 Dresden Dresden, Sophienkirche(ev.)
VCornelius, Herr zu Siebeneichen und SteinburgMMaria, geb. von Bordtfeldt zu ElbraGErnst Dietrich1622 Ester Elisabeth, geb. Wehse zu Langburkersdorf und BerthelsdorfSHans Dietrich; Heinrich GebhardTMaria Agnes
GND: 115838732

M. entstammte einer bedeutenden sächsischen Adelsfamilie, die in der Gegend um Meißen reich begütert war. Nach dem Studium der Philosophie und der Rechtswissenschaft an den Universitäten Leipzig und Basel wurde er 1624 zum Hof- und Justizrat ernannt. Kurz darauf wurde ihm eine Stelle am Appellationsgericht in Leipzig eingeräumt. Seit 1629 Geheimer Rat des Kurfürsten Johann Georg I., war M. eine wichtige Figur in der sächsischen Außenpolitik während des Dreißigjährigen Kriegs. Er war neben dem Vizekanzler Gabriel Tüntzel, den Räten Hans von Blansdorf und Johann Zeidler, genannt Hoffmann, Mitglied der sächsischen Gesandtschaft auf dem Kurfürstentag von Regensburg im Juli 1630, auf dem über die Herstellung eines Universalfriedens, die Absetzung von Albrecht von Wallenstein und das Restitutionsedikt verhandelt wurde. Im gleichen Jahr reiste M. zu Verhandlungen an den Kaiserhof nach Wien. Ebenso nahm er am Leipziger Konvent (31.1.1631) teil, einer Versammlung der protestantischen Reichsstände, die sich auf eine bewaffnete Neutralität zwischen König Gustav Adolf von Schweden und Kaiser Ferdinand II. einigten und ein eigenes Heer unter dem Befehl von Hans Georg von Arnim aufstellten. An den Vorverhandlungen für den Prager Frieden, die 1634 und 1635 in Leitmeritz (tschech. Litoměřice) und Pirna stattfanden, war M. als Direktor der sächsischen Unterhändler beteiligt. – Den Abschluss des Friedensvertrags von Prag im Mai 1635 erlebte er nicht mehr, da er seit Anfang des Jahrs erkrankt war. Die politischen Geschäfte hatten ihn sehr stark beansprucht, sodass sich sein Gesundheitszustand verschlechterte und er im April 1635 verstarb.



Q  Sächsisches Staatsarchiv - Hauptstaatsarchiv Dresden, Grundherrschaft Siebeneichen, Nr. 9.

L  D. Albrecht, Die Politik Maximilians I. von Bayern und seiner Verbündeten 1618-1651, T. 2, Bd. 5, München/Wien 1964, S. 415ff.



Martin Wittig
23.2.2006


Empfohlene Zitierweise:

Martin Wittig, Miltitz (zu Siebeneichen, Langburkersdorf und Berthelsdorf), Nickel (Nicol) Gebhard von, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (28.7.2017)

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