Meurer Moritz
Pfarrer, Kirchenhistoriker
* 3.8.1806 Pretzsch bei Wittenberg 10.5.1877 Callenberg bei Zwickau Callenberg(ev.)
VGottlob Friedrich (1766-1836), JustizamtmannMJohanna Dorothea Sophia, geb. KüchlerGFriedrich (1792-1866), Arzt, Apotheker; Augusta (* 1794); Philippina (* 1796); Antonie (* 1801) 1. 1834 Friederike Charlotte, geb. Petzold (1808-1848)SGottlob Friedrich (* 1838); Gottlob Moritz (1839-1916), Kunstmaler; Gottlob Siegfried (1840-1926), Ingenieur, Fabrikant; Gottlob Coelestin (1844-1916), Kaufmann; Gottlob Reinhard (1845-1893), GärtnereibesitzerTFriederike Christiane Bathoni (* † 1835); Johanne Friederike Theodore (* 1836); Anna Regina (* † 1841); Anna Renate (1842-1936); Antonie Elisabeth (* 1846); Dorothee (* † 1848) 2.1852 Wilhelmine Auguste, geb. Hartenstein (* 1822)
GND: 116959622

Mit dem Besuch der Fürstenschule zu Grimma 1819 bis 1825 erhielt M. eine fundierte humanistische Ausbildung, an die sich ein dreijähriges Theologiestudium an der Universität Leipzig anschloss. Danach arbeitete er vier Jahre lang als Hauslehrer in Wittenberg. 1834 wurde er Diakon in Waldenburg (Sachsen), Pfarrer im benachbarten Schwaben sowie ein Jahr später Archidiakon in den genannten Orten. 1841 trat er schließlich eine Pastorenstelle im nahen Callenberg an, wo er bis zu seinem Tod 1877 wirkte. – Die Tätigkeit in einem ländlichen Pfarramt bot M. die Möglichkeit, neben seinem Wirken im Kirchendienst größere wissenschaftlich-literarische Arbeiten zu verfassen, die sich v.a. mit Themen der Reformationsgeschichte befassten. Als sein bedeutendstes Werk ist die umfassende Luther-Biografie zu nennen, die 1842 bis 1846 entstand und mehrere Auflagen erlebte. Außerdem veröffentlichte er u.a. Biografien von Philipp Melanchthon und Johannes Bugenhagen. – M. war auch ein Freund religiöser Kunst. Den 1859 geweihten Neubau der St. Katharinenkirche in Callenberg, die eine der schönsten Dorfkirchen Sachsens wurde, leitete er selbst. Auf diesen Erfahrungen und weiteren Studien basierte auch M.s letztes, 1877 erschienenes Werk, das den lutherischen Kirchenbau zum Thema hatte. – M. arbeitete an kirchlichen Zeitschriften mit, so z.B. „Der Pilger aus Sachsen“, „Christliches Kunstblatt“, und leitete 1860 bis 1873 die Redaktion des „Sächsischen Kirchen- und Schulblattes“. Außerdem war er in Gremien wie der Dresdner Pastoralkonferenz tätig, die er 1850 mitbegründete. 1871 bis zu seinem Tod war er Abgeordneter der evangelisch-lutherischen Landessynode Sachsen. Seine Amtsführung, Gelehrsamkeit und vielfältigen Publikationen brachten M. große Anerkennung ein. 1855 promovierte ihn die Universität Leipzig für seine Schriften zur Reformationsgeschichte ehrenhalber zum Lizentiat der Theologie. 1875 wurde ihm das Ritterkreuz des sächsischen Zivilverdienstordens verliehen.



Q  Pfarrarchiv Callenberg; Pfarrarchiv Waldenburg.

W  Luthers Leben aus den Quellen erzählt, 3 Bde., Dresden 1842-1846, Leipzig 31870; Katharina Luther, Dresden 1854, Leipzig 21873; Die St. Katherinenkirche zu Callenberg, Leipzig 1859; Philipp Melanchthon’s Leben, Leipzig/Dresden 1860, Leipzig 21869; Johann Bugenhagen’s Leben, Leipzig 1862; Der Kirchenbau, Leipzig 1877; Gesamtverzeichnis des deutschsprachigen Schrifttums 1700-1910, Bd. 95, München 1983, S. 225f. (WV).

L  Ecce. Gehalten in der Landesschule Grimma 1/1879, S. 94. – ADB 21, S. 535-537; DBA II.

P  Moritz M., O. Greiner, 1914, Lithografie, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstichkabinett, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Abteilung Deutsche Fotothek (Bildquelle).



Hans Pankotsch
19.8.2009


Empfohlene Zitierweise:

Hans Pankotsch, Meurer, Moritz, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (28.5.2017)

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