K. war ein bedeutender Reiseschriftsteller und erlangte mit seinen kenntnisreichen Reiseberichten über England, Irland, Italien sowie Nordeuropa bleibende Bedeutung. – K. entstammte als ältestes von 13 Kindern einem evangelischen Pastorenhaus in Wiedemar bei Delitzsch, wuchs aber vom zehnten Lebensjahr an bei den Großeltern in Annaberg auf. Ab 1770 studierte er in Leipzig kurzzeitig Theologie, danach Sprachen und Philosophie. 1776 verließ er die Universität ohne Abschluss und ging als Hauslehrer in die Schweiz, wo er bis 1783 in Basel, Vevey, Genf und Lausanne lebte. Noch im selben Jahr trat er eine Stelle als Hofmeister in England an, später arbeitete er auch in Irland. Im Rahmen dieser Anstellungen unternahm K. ausgedehnte Reisen durch Italien, die Niederlande und Frankreich. In Abwesenheit erhielt er 1789 ohne Prüfung im Fach Philosophie die Magisterwürde der Universität Leipzig, wohl für seine Werke über die Schweiz, England und Irland. Nach seiner Rückkehr nach Leipzig 1793 erhielt er ein regelmäßiges Gehalt, das ehemalige Schüler für ihn ausgesetzt hatten. Darüber hinaus war er Mitarbeiter und Übersetzer von Zeitschriften und Literaturzeitungen. Bereits 1797 begab sich K. erneut auf eine dreijährige Reise durch Dänemark, Schweden und Norwegen. Zwei Jahre später kehrte er wieder nach Leipzig zurück und arbeitete nun an Aufsätzen zu kulturgeschichtlichen Aspekten v.a. Deutschlands und Englands für die „Neue Bibliothek der schönen Wissenschaften und der freyen Künste“. Daneben schrieb er Rezensionen und Kritiken zu geografischen und statistischen Werken für die „Hallesche Literaturzeitung“, die „Jenaische allgemeine Literatur-Zeitung“ und die „Leipziger Neue Literaturzeitung“ und arbeitete zudem als Übersetzer. – K.s Hauptwerk jedoch waren seine Reisebeschreibungen, die sich durch zutreffende Sachbeschreibungen und eingestreute persönliche Bemerkungen auszeichneten. Nach eigenen Aussagen richteten sich seine Werke primär an den Reisenden selbst. Trotzdem seine Publikationen einerseits als Reiseführer zu verstehen sind, enthalten sie aufgrund der umfassenden Bildung K.s und seines detaillierten Blicks auf die Fremde reiche Kenntnisse zur Reisegeschichte der damaligen Zeit. K.s Werke können als Beispiele einer im Umbruch begriffenen Reiseliteratur im ausgehenden 18. Jahrhundert gelten. Sie haben zum einen noch den enzyklopädischen Anspruch umfassender Erfassung fremder Staaten (Erkundung von Kunst, Geografie, Zoologie, Botanik, Volkswirtschaft, Landwirtschaft, Architektur usw.), zum anderen zeigen sie bereits die Individualität und Subjektivierung der Aufklärung und Romantik.