Johann Georg III. Graf von Mansfeld-Eisleben
Hauptmann
* 12./13.7.1640 Schraplau 1.1.1710 Mansfeld 3.6.1710 Mansfeld, Stadtkirche St. Georg(ev.)
VJohann Georg II. (1593-1647)MBarbara Magdalene, geb. Gräfin von Mansfeld-HinterortGMagdalena (1638-1678); Anna Juliane I. (1641-1642); Barbara Maria (1643-1644); Johann Günther III. (* † 1644); Anna Juliane II. (1646-1660); Hoyer Christoph II. (1636-1653) (Halbbruder) 1.1667 Sophie Eleonore, geb. von Schönburg († 1703) 2.1704 Louise Christiane, geb. Gräfin zu Stolberg-Stolberg
GND: 116735066


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J. wurde am Hof des Administrators des Erzstifts Magdeburg, Herzog August von Sachsen, in Halle/Saale erzogen. Nach dem frühen Tod seines älteren Bruders Hoyer Christoph II. (1653) unter Vormundschaft stehend, besuchte er seit 1656 das Collegium illustre in Tübingen. 1658 wohnte er der Kaiserkrönung Leopolds I. in Frankfurt/Main bei. Seine ausgedehnte Kavaliersreise bis 1663 führte ihn nach Frankreich, Spanien, England und in die Niederlande. Im Türkenkrieg befehligte er als Hauptmann kurzzeitig ein Kontingent obersächsischer Kreistruppen, ehe er 1663 selbstständig die durch die Sequestrationsverwaltung stark eingeschränkten Regierungsgeschäfte übernahm. – Als einziger Angehöriger des Hauses lebte J. dauerhaft in der Grafschaft Mansfeld und residierte abwechselnd auf den Schlössern Mansfeld und Artern. Persönlich schwer getroffen durch seine Kinderlosigkeit und den dauerhaft schlechten Gesundheitszustand seiner ersten Gemahlin, kümmerte sich der sehr beliebte letzte evangelische Mansfelder intensiv um das Wohlergehen seiner Untertanen sowie um die evangelische Lehre und Geistlichkeit. – An Bildung interessiert, war J. v.a. ein eifriger Förderer des Eislebener Gymnasiums. Sein Interesse galt auch der Geschichte seines Hauses. So skizzierte und verbesserte er den auf den Studien des Mansfelder Chronisten Cyriacus Spangenberg beruhenden Stammbaum und sorgte 1703 für die Drucklegung durch Johann Gottfried Zeidler. – Der Tod von J. erregte weithin große Aufmerksamkeit. Das höchstwahrscheinlich von ihm selbst angeordnete, prachtvoll inszenierte Leichenbegängnis erforderte fast ein halbes Jahr Vorbereitungszeit.



Q  F. Roth, Restlose Auswertungen von Leichenpredigten und Personalschriften für genealogische und kulturhistorische Zwecke, Bd. 10, Boppard/Rhein 1980.

L  J. G. Zeidler, Acht hundert jähriger an einander hangender Stammbaum Des Uralten Hochlöblichen Helden=Hauses Der Hochgebohrnen Graffen und Herren zu Mannsfeld ..., Halle 1703 (P); C. G. Hoffmann, Die Ehre des Fürst= und Gräflichen Hauses Von Mannsfeld …, Leipzig 1717; E. C. Francke, Historie der Graffschaft Manßfeld …, Leipzig 1723; L. F. Niemann, Geschichte der Grafen von Mansfeld, Aschersleben 1834; G. F. Busch, Chronik der Grafschaft Mansfeld, Leimbach 1849; K. Krumhaar, Die Grafen von Mansfeld und ihre Besitzungen, Eisleben 1872; E. Schwarze-Neuss, Untersuchungen zur Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte der Grafschaft Mansfeld, insbesondere der magdeburgisch-preußischen Hoheit, in: Sachsen und Anhalt 18/1994, S. 525-549; R. Seidel, Die Grafen von Mansfeld, Egelsbach/Frankfurt/Main/Washington 1998 (P); V. Czech, Legitimation und Repräsentation, Berlin 2003. – J. H. Zedler (Hg.), Grosses vollständiges Universal-Lexicon aller Wissenschafften und Künste, Bd. 19, Halle u.a. 1739, Sp. 1075, Online-Ausgabe: www.zedler-lexikon.de.



Jochen Vötsch
5.2.2005


Empfohlene Zitierweise:

Jochen Vötsch, Johann Georg III., Graf von Mansfeld-Eisleben, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (23.6.2017)

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