Fülfe Heinz
Maler, Bühnenbildner, Schauspieler
* 5.1.1920 Freiberg 5.12.1994 Berlin Berlin, Georgen-Parochialfriedhof
VMilitärmusikerMHausfrau1955 Ingeburg (Ingeborg), geb. Jarke (* 1931), PuppenspielerinSAndreas
GND: 105685631





F. war Maler, Bühnenbilder und Schauspieler, der insbesondere durch seine Rolle als „Taddeus Punkt“ im DDR-Fernsehen große Bekanntheit erlangte. – Nach dem Besuch der Oberrealschule in Elsterwerda und der Ablegung des Abiturs in Pirna erlernte F. am Dresdner Staatstheater den Beruf des Bühnenbildners. Er war Schüler von Hans Nadler in Eberswalde, Horst Lorenz in Pirna und Adolf Mahnke am Staatstheater Dresden. – Nachdem er als Soldat am Zweiten Weltkrieg teilgenommen hatte, war F. zwischen 1945 und 1955 als Bühnenbildner, Sänger und Schauspieler am Volkstheater Pirna und zugleich als freischaffender Maler tätig. Ab 1955 begann er die Arbeit für das Kinderfernsehen der DDR („Taddeus Punkt“, „Flax und Krümel“, „Frau Elster“, „Mauz und Hoppel“), die eine Weiterführung der Tradition der Hohnsteiner und Pirnaer Puppenspieler bedeutete. Er führte mehrere Gemeinschafts- und Personalausstellungen, z.B. in Dresden, Freiberg, Pirna, Elsterwerda und Bad Liebenwerda, durch. F. lebte in Berlin und auf der Festung Königstein, wo er ein eigenes Filmatelier unterhielt. Außerdem verband ihn eine Freundschaft mit dem Rottwerndorfer Maler Johannes Kotte. – In F.s Öl- und Temperabildern, Aquarellen und Tuschzeichnungen wird v.a. die großzügig aufgefasste heimatliche Landschaft in oft leuchtenden Farben dargestellt. Dabei lässt sich in den frühen Arbeiten noch ein fester bildnerischer, streng nach Formgesetzen komponierter Aufbau konstatieren, z.B. in „Wismar“ (1965). Das Wesentliche erfasste F. v.a. in seinen Aquarellen und Tuschzeichnungen expressiver Stadt- und Industrielandschaften. Nach z.T. recht avantgardistischen Versuchen entwickelte F. eine mehr den Lichtstimmungen unterworfene Malerei, in der auch Einflüsse des Impressionismus spürbar werden. – Für sein Wirken wurde F. vielfach ausgezeichnet und u.a. 1961 mit dem Nationalpreis der DDR geehrt. Vier Jahre später erhielt er die Ehrenbürgerwürde der Stadt Pirna, 1989 wurde er Ehrenbürger von Elsterwerda.



W  Gemälde: Blick von den Bärensteinen auf Lilienstein und Königstein, 1965, Tempera, Museum Festung Königstein; Wismar, um 1965, Tempera, Privatbesitz; Bauernhof in Mecklenburg, 1970, Öl, Privatbesitz; Hafen im Winter, 1972, Öl, Privatbesitz; Waldarbeiter, 1984, Tempera, Privatbesitz; Winter auf der Festung (Königstein), 1984/85, Tempera, Privatbesitz; Bei Oelsen, 1985, Tempera, Privatbesitz. Literatur: A. Lazar, Jan auf der Zille, Dresden 1950 (Illustration); Der Maler am Feldrain, in: Natur und Heimat 8/1959, S. 392-394; mit I. Fülfe, Flax und Krümel, Halle/Saale 1964. Tonträger: mit U. Sturm, Herr Fuchs und Frau Elster, Berlin.

L  1. Kunstausstellung des Kreises Pirna, Pirna 1947; 3. Ausstellung Erzgebirgischer Künstler, Ausstellungskatalog, Freiberg 1948; Bildende Kunst 3, 1949, S. 250 (P); 4. Ausstellung Erzgebirgischer Künstler, Ausstellungskatalog, Freiberg 1950; Heinz F., Malerei, Ausstellungskatalog, Pirna 1985; K. M. Mieth, Jahrhundertrückblick. Sächsische Schweiz und Umgebung im Spiegel der Kunst des 20. Jahrhunderts, Pirna 2001; T. Pfefferkorn, Mal ohne Flax und Krümel, in: Erlpeter 42/2004, S. 1-3, 43/2005, S. 2-4. – DBA II; Vollmer, Bd. 2, Leipzig 1955, S. 174.



Konstanze Krüger
12.11.2013


Empfohlene Zitierweise:

Konstanze Krüger, Fülfe, Heinz, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (20.11.2017)

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