Hedwig von Ballenstedt
Markgräfin von Meißen
Ende März 1203 Kloster Altzelle
VAlbrecht (der Bär) († 1170), Markgraf von BrandenburgMSophia, geb. von Winzenburg († 1160)GOtto I. († 1184), Markgraf von Brandenburg; Hermann († 1176), Graf von Weimar-Orlamünde; Siegfried († 1184), Bischof von Brandenburg, Erzbischof von Bremen; Heinrich († 1185/86?), Domherr in Magdeburg; Adalbert († 1171?), Graf von Ballenstedt; Dietrich († 1183), Graf von Werben; Bernhard († 1212), Graf von Aschersleben, Herzog von Sachsen; N. N. († 1148/49), Gemahlin Ottos d.J., Graf von Rheineck; N. N. († 1167), Gemahlin Diepolds von Böhmen; Adelheid († vor 1162), Nonne im Kloster Lamspringe;Otto (der Reiche) († 1190), Markgraf von MeißenSAlbrecht (der Stolze) († 1195), Markgraf von Meißen; Dietrich (der Bedrängte) († 1221), Markgraf von Meißen und der OstmarkTSophia; Adela
GND: 138743606





H., Tochter Albrechts (der Bär), war die Gemahlin des Markgrafen Otto (der Reiche) von Meißen. Das Datum dieser askanisch-wettinischen Eheschließung lässt sich nicht genau eingrenzen. Ihr Motiv lag vermutlich in einer gegen die ausgreifende Territorialpolitik des Herzogs Heinrich (der Löwe) in Sachsen gerichteten Interessengemeinschaft beider ostsächsischen Markgrafenfamilien. – Die Kenntnisse über H.s Wirken sind gering. Die Lauterberger Chronik berichtet, dass der Impuls zur Stiftung des Klosters Altzelle 1162 von H. ausgegangen sei. Auch in der Altzeller Urkundenüberlieferung wird sie als „fundatrix“ bezeichnet. Die Gründung eines eigenen Hausklosters sollte den meißnischen Markgrafen die Vogteirechte über den Ort ihrer Grablege und ihres Totengedächtnisses sichern. Durch seine Lage war Altzelle außerdem ein wichtiger Stützpunkt der Siedlungsentwicklung in Meißen. In einer 1197 ausgestellten und mit dem Witwensiegel H.s überlieferten Urkunde übertrug H. den Zisterziensern in Altzelle das aus ihrem väterlichen Erbbesitz stammende Dorf Ouziz (Oetzsch). Auch auf die Nachfolgeregelung in der Markgrafschaft soll H. Einfluss genommen haben, sodass ihr Gemahl Otto diese zugunsten des jüngeren Sohns, Dietrich (der Bedrängte), habe ändern wollen. Daraufhin kam es ab 1189 zu den bekannten gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen dem zurückgesetzten erstgeborenen Albrecht (der Stolze) und seinem Vater Otto, die sich auch nach dessen Tod 1190 fortsetzten. – H. wurde am 1.4.1203 im Kloster Altzelle an der Seite ihres Gemahls beigesetzt. Eine um 1270 entstandene und heute teilweise zerstörte Grabplatte zeigt H. als Stifterin mit einem Modell der Altzeller Klosterkirche in der Hand.



Q  Monumenta Germaniae Historica, Scriptores, Bd. 23, Chronicon Montis Sereni, hrsg. von E. Ehrenfeuchter, Hannover 1874, S. 128-226; ebd., Scriptores, Bd. 23, Genealogia Wettinensis, hrsg. von E. Ehrenfeuchter, Hannover 1874, S. 226-330; Codex diplomaticus Saxoniae regiae, I. Hauptteil, Bd. 3: Urkundenbuch des Hochstifts Merseburg, Bd.1, bearb. von P. Kehr, Halle 1888.

L  E. Beyer, Das Cisterzienser-Stift und Kloster Alt-Zelle in dem Bisthum Meißen, Dresden 1855; O. Posse, Die Wettiner, Leipzig/Berlin 1897 (ND Leipzig 1994); S. Pätzold, Die frühen Wettiner, Köln 1997.

P  Die Siegel der Wettiner bis 1324 und der Landgrafen von Thüringen bis 1247, hrsg. von O. Posse, Bd. 1, Leipzig 1888, Tafel I/6; H. Maedebach, Die Grabdenkmäler der Wettiner um 1270 im Kloster Altzella, in: Festschrift für J. Jahn, hrsg. vom Kunsthistorischen Institut der Karl-Marx-Universität Leipzig, Leipzig 1957, S. 165-174; Umzeichnung der Grabplatte, 41/1086, Landesamt für Denkmalpflege Sachsen. Bildsammlung (Bildquelle).



Christiane Weller
9.1.2008


Empfohlene Zitierweise:

Christiane Weller, Hedwig von Ballenstedt, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (16.12.2017)

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