Bürgermeister Gustav
Bauingenieur, Statiker, Hochschullehrer
* 10.5.1906 Woken (tschech. Okna) 30.7.1983 Essen(kath.)
VJohann (1863-1944), Bauer, Bürgermeister in WokenMElisabeth, geb. Rießler (1866-1919)G10, u.a. Wilhelm (1892-1967), Bauer in Woken; Wenzel (1894-1970), Bauer; Marie, verh. Hess (1895-1974); Elsa (* 1904); Josef; Anni1932 Hermine, geb. Doms (1910-1999)SErik (* 1929), KonstrukteurTIrmgard, gesch. Zumpe, verh. Gebhardt (* 1938)
GND: 1048377989


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B. wurde als jüngster Sohn einer kinderreichen, begüterten Bauernfamilie geboren. Er wurde aufgrund der in seiner Heimat begrenzten schulischen Möglichkeiten zeitweise von der Familie seiner Schwester Marie in Aussig (tschech. Ústí nad Labem) aufgenommen und legte dort nach Besuch der deutschen Oberrealschule 1925 sein Abitur (Matura) ab. Im Anschluss daran studierte er bis zu seinem Diplom 1932 Ingenieurbauwesen an der Deutschen Technischen Hochschule Prag. Danach war er als Assistent bei den Professoren Joseph Melan und Emil Wanke tätig. Im Ingenieurbüro von Richard Guldan befasste er sich mit der Stahlbauprojektierung für Hochbauten und Brücken. Mehrere Semester hatte er die vertretende Leitung des Lehrstuhls für Stahl- und Hochbau an der Deutschen Technischen Hochschule Prag inne, wo er 1940 „mit Auszeichnung“ promoviert wurde. An der gleichen Einrichtung habilitierte er sich 1943 mit der Schrift „Trägerroste stählerner Brücken unter Berücksichtigung des Torsionswiderstands und Untersuchung an Fahrbahnrosten“. – Am Ende des Zweiten Weltkriegs siedelte B. mit seiner Familie von Prag in die SBZ um. 1946 bis 1952 war er Oberingenieur, Prokurist und Leiter des Technischen Bereichs der Brückenbaufirma Beuchelt & Co. in Könnern, die sich auf die Wiederherstellung kriegszerstörter Brücken konzentrierte. Dabei kam ihm sein Spezialwissen über die Stabilität bei schwierigen Montagevorgängen mit höchsten Lasten zugute. 1952 wurde er als Professor für Statik der Baukonstruktionen und Stahlbau an die Technische Hochschule (TH) Dresden als Nachfolger von Kurt Beyer berufen. Von 1952 bis zu seiner Emeritierung 1971 war er Professor an der TH Dresden. Neben der mehrjährigen Leitung der Abteilung Bauingenieurwesen übte B. 1961 bis 1963 auch das Amt des Dekans der Fakultät für Bauwesen aus. 1980 zog er von Dresden nach Essen zu seinem Sohn. – Für sein Wirken wurde B. vielfach ausgezeichnet. Er erhielt u.a. 1962 die Verdienstmedaille der DDR und wurde 1964 als Verdienter Techniker des Volkes ausgezeichnet, war ab 1961 Mitglied der Deutschen Bauakademie und wirkte zudem 1955 bis 1971 im Deutschen Ausschuß für Stahlbau.



W  (Hg.), Stahlbautagung der Technischen Hochschule Dresden, Berlin 1960; mit H. Steup, Stabilitätstheorie, 2 Bde., Berlin 1957/1963; (Hg.), Ingenieurtaschenbuch Bauwesen, Bd. 2: Konstruktiver Ingenieurbau, 2 Teile, Leipzig 1968/70.

L  W. Kinze, Prof. Dr.-Ing. habil. Gustav B. zum 65. Geburtstag, in: Wissenschaftliche Zeitschrift der Technischen Universität Dresden 20/1971, H. 2, S. 519; K. Roik, Professor Dr.-Ing. habil. Gustav B. 75 Jahre, in: Der Stahlbau 50/1981, H. 5, S. 159; K.-E. Kurrer, Geschichte der Baustatik, Berlin 2003. – DBA II; D. Petschel (Bearb.), Die Professoren der TU Dresden 1828-2003, Köln/Weimar/Wien 2003, S. 135f.

P  Gustav P., Fotografie, 1952, Technischen Universität Dresden, Universitätsarchiv, Fotosammlung (Bildquelle).



Ernst Hess
25.8.2014


Empfohlene Zitierweise:

Ernst Hess, Bürgermeister, Gustav, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (11.12.2017)

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