Heß (Hess, Heß-Fleischmann) Margareta Frieda (Frida, Fridl)
Tänzerin
* 28.9.1886 Dresden 26.3.1972 Springfield/Massachusetts (USA) New York, Mount Hebron Cemetery, Borough of Queens(ev., seit 1918 jüd.)
VFriedrich August, PostschaffnerMAnna Marie, geb. Thalheim, Mehl- und GemüsehändlerinGKurt Guido († 1974), Verwaltungsangestellter1918 Oscar Fleischmann (1886-1947), Kaufmann
GND: 123994411





H. wurde 1897 Elevin an der Ballettschule des Königlichen Hoftheaters Dresden. Seit 1.5.1902 war sie Mitglied des Corps de ballet. Am 1.11.1906 erfolgte ihre Beförderung zur Solotänzerin. 1911 und von 1913 bis 1917 war sie die einzige weibliche Solotänzerin am Königlichen Hoftheater Dresden. Als Tänzerin war sie vielseitig und wandlungsfähig, ihre Tanzkunst galt als besonders ausdrucksstark. H. wirkte u.a. 1910 in der Uraufführung der Pantomime in drei Bildern „Der Schleier der Pierette“ von Arthur Schnitzler, als Esmeralda in Bedrich Smetanas „Die verkaufte Braut“, in George Bizets „Carmen“, aber auch in verschiedenen Kinderstücken mit. – 1908 fertigte der Modelleur und Bildhauer Karl Theodor Eichler, der auch von den Tänzerinnen Anna Pawlowa und Loie Fuller Porzellanplastiken schuf, von H. eine Porträtbüste. 1916 setzte ihr der Dresdner Großindustrielle Karl August Lingner in seinem Testament u.a. eine lebenslängliche jährliche Leibrente aus. 1919/20 stand H. als Solotänzerin am Berliner Metropoltheater unter Vertrag, und 1920 bis 1934 leitete das Ehepaar Fleischmann-Heß eine Tanzschule/Tanzakademie in Berlin. Während dieser Jahre gastierte sie mit ihrem Tanzpartner Jan Trojanowski zu Solotanzabenden u.a. in Paris, Berlin, Budapest, Baden-Baden und Wien. 1934 emigrierte das jüdische Ehepaar, zunächst nach Frankreich, in die Schweiz und nach Spanien. 1947 wurde H. Staatsbürgerin der USA.



Q  K. Berling, Die Meissener Porzellanmanufaktur von 1710 bis 1910, Leipzig 1911, Abb. 305, S. 110; Künstlerbuch 1911/12 der Königlich Sächsischen Hofbühnen, Dresden 1912; Königliches Hof-Theater Dresden/Königliches Opernhaus, 7. Sinfoniekonzert, Freitag, den 24. April 1914, Serie B, Dresden 1913/14; Nationaltag der Deutschen Bühnen zugunsten der 6. Kriegsanleihe, Königliche Oper, Dresden, den 12. April 1917; HUKA - Album, zum Besten der Deutschen Bühnengenossenschaft/ HUKA-Album. Humoristischer Künstlerabend von Mitgliedern der königlichen Hoftheater Dresden, Dresden 1918; Dresdner Salonblatt 13/1918 Nr. 18, S. 421; Russische Tänze, in: Das Kabel 1/1919 Nr. 3, S. 3; Springfield Union Newspaper 20.8.1948; Museumsführer Kunstgewerbe-Museum in Poznan, Poznan o.J., Abb. 19; Archiv der Sächsischen Staatsoper Dresden; Deutsches Tanzarchiv Köln; Archiv des Deutschen Hygiene-Museums Dresden.

L  U.-N. Funke, Karl August Lingner, Dresden 1996; H. Sonntag, Auf der Spurensuche nach Frieda H.(-Fleischmann), Solotänzerin am Königlichen Hoftheater zu Dresden von 1906 bis 1918, in: Keramos 175/176/2002, S. 17-32.

P  Frieda H., K. T. Eichler, 1908, Büste, Meissener Porzellan, Nationalmuseum Poznań/Polen (farbig staffiert), Porzellanmuseum der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH (weiß); Frieda H., Kgl. Solotänzerin, B. Wiehr, 1917, Weltpostkarte, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Abteilung Deutsche Fotothek (Bildquelle).



Hans-Ulrich Sonntag
17.2.2006


Empfohlene Zitierweise:

Hans-Ulrich Sonntag, Heß (Hess, Heß-Fleischmann), Margareta Frieda (Frida, Fridl), in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (11.12.2017)

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