Schanz (verh. Soyaux) Frida
Schriftstellerin, Kinderbuchautorin
* 16.5.1859 Dresden 17.6.1944 Bad Warmbrunn (poln. Cieplice Śląskie-Zdrój)
VJulius August Schanz (Pseudonym: Uli Schanz) (1828-1902), Schriftsteller, Professor für deutsche Sprache und Literatur in RomMPauline, geb. Leich (1828-1913), Erzieherin, Schriftstellerin, Jugendbuchautorin, ÜbersetzerinGPaula; Hans1885 Ludwig Soyaux (1846-1905), Buchhändler, Schriftsteller, Schriftleiter
GND: 118905708


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S. entstammte einem literarisch geprägten Elternhaus. Ihr Vater gab Gedichte heraus und veröffentlichte Sagen und Märchen, ihre Mutter war eine überaus produktive Jugendbuchautorin. Nach dem Besuch einer höheren Töchterschule absolvierte S. eine pädagogische Ausbildung am Lehrerseminar in Dresden und legte dort das Examen ab. Danach arbeitete sie eine Zeit lang als Lehrerin bei Verwandten in Böhmen und begann in dieser Zeit ihre schriftstellerische Tätigkeit. 1885 erhielt sie bei einem Preisausschreiben den ersten Preis für ein Trinklied. Im selben Jahr heiratete sie den Buchhändler und Schriftsteller Ludwig Soyaux, mit dem sie bis 1891 in Leipzig und dann in Berlin lebte. Nach dem Tod ihres Ehemanns 1905 arbeitete sie in der Redaktion der Zeitschrift „Daheim“ und betreute als Lektorin den literarischen Teil von „Velhagen und Klasings Monatsheften“. 1895 bis 1903/04 gab sie - bis 1896 gemeinsam mit Clementine Helm - des Almanach „Junge Mädchen“ heraus und 1895 bis 1926 das Jahrbuch „Kinderlust“. – S. gehörte zu den beliebtesten Kinder- und Jugendbuchautorinnen vor dem Ersten Weltkrieg. Aber auch in den 1920er-Jahren wurden ihre Geschichten immer wieder aufgelegt. Insgesamt verfasste S. über 60 Kinder- und Jugendschriften, die fast durchweg von lehrhaftem Ton, Sentimentalität und überschwänglichem Patriotismus bestimmt sind. – S. profilierte sich v.a. auf dem Gebiet des Mädchenbuches, entwickelte aber auch darüber hinaus einen Reichtum an Genres und Themen, der seinesgleichen sucht. Gedicht, Ballade, Erzählung, Fabel, Märchen und Reisebeschreibung standen ihr als literarische Gattung ebenso zu Gebote wie die Spruchdichtung. Kunstpädagogisch wertvoll sind ihre Bilderbücher und Sammlungen zur Lyrik wie „Blütenlese neuerer deutscher Lyrik“, „Lyrischer Hausschatz“ und „Poetische Anthologie“. In speziellen Anthologien stellt sie namhafte zeitgenössische Kinderlied- und Balladendichter vor. Ihre eigenen Gedichte wurden immer wieder in Lyrikanthologien aufgenommen. In den 1920er-Jahren gab Walther Günther Schreckenbach die „Frida-Schanz-Bücher“ heraus. Kinderbuchexperten wie Max Moeller, Karl Hobrecker und Hanns von Zobeltitz trugen mit teils biografischen, teils empfehlenden Geleitworten zu erhöhter Anerkennung der Bücher von S. bei. Dennoch wurde ihr erzählerisches Werk von der Literaturkritik wenig schmeichelhaft beurteilt. – Neben ihrem eigenen schriftstellerischen Schaffen übersetzte S. auch aus dem Englischen, Französischen, Italienischen und Spanischen.



W  Das Blumenjahr in Bild und Lied, Frankfurt/Oder 21883; Die Reise mit dem Weihnachtsmanne, Dresden 1889; Mit Ränzel und Stab, Leipzig 1887, 41900; Blumen und Früchte, Stuttgart 1886, 31895; Um Leben und Liebe, Leipzig 1890; Vogel-Lieder. Eine poetische Anthologie, Wandsbek 1890; Im Wandel der Zeiten. Eine Blütenlese neuerer deutscher Lyrik, Leipzig 1891; Mit sechzehn Jahren. Lustige Mädchengeschichten, Leipzig 1891, Berlin 71920; Das Komteßchen und andere Erzählungen für die Jugend, Stuttgart 1891, 31903; O du selige Backfischzeit, Leipzig 1892; Am trauten Herd, Berlin 1893; Im Sonnengold! Ein lyrischer Hausschatz, Nürnberg 1893; Junges Blut. Drei Mädchengeschichten, Leipzig 1894, 41904; Gedichte, Leipzig 1889, 21895; Ährenlese. Neue Sprüche, Bielefeld/Leipzig 1896, 51905; Gedichte. Gesamtausgabe, Bielefeld/Leipzig 1906, 21911; Feuerlilie. Eine Erzählung für Mädchen, Stuttgart 1901, 61927; mit P. Schanz, In der Feierstunde, Stuttgart 1911; mit P. Schanz, Der flammende Baum, Berlin/Wien 1916, Fürth 31929; W. G. Schreckenbach (Hg.), Das Frida-Schanz-Buch, Fürth 1927; ders. (Hg.), Das neue Frida-Schanz-Buch, Fürth 1929.

L  DBA II, III; DBE 8, S. 564; K. Doderer, Lexikon der Kinder- und Jugendliteratur, Bd. 3, Weinheim/Basel 1979, S. 268f.; N. Weiß/J. Wonneberger, Dichter, Denker, Literaten aus sechs Jahrhunderten in Dresden, Dresden 1997, S. 163; M. Altner, Sächsische Lebensbilder, Radebeul 2001, S. 106f.; K. Klimpel, Berühmte Dresdner, Dresden 2002, S. 144f.; M. Altner, Frida S., in: Kinder- und Jugendliteratur. Ein Lexikon, Meitingen 2007.



Manfred Altner
26.9.2008


Empfohlene Zitierweise:

Manfred Altner, Schanz (verh. Soyaux), Frida, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (18.8.2017)

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