Einsiedel (zu Weißbach) Kurt (Curt) Heinrich von
Kammer- und Bergrat, Geheimer Rat
* 11.3.1662 Scharfenstein 23.5.1712 Dresden Dittersdorf bei Zschopau(ev.)
MAgnes Eleonore, geb. von SchönbergGHaubold Abraham (1655-1733); Heinrich Hildebrand (1659-1731); Alexander (1664-1685)1691/92 Magdalene Sibylle, geb. Marschall von BiebersteinSCurt Heinrich (1695-1747)
GND: 131448811

Der aus einer der begütertsten und einflussreichsten Adelsfamilien Kursachsens stammende E. war der Sohn eines kursächsischen Geheimrats, womit seine eigene Karriere beinahe schon vorgezeichnet war. – Bis zum Tod seines Vaters wurde E. durch Privatlehrer unterrichtet und kam 1675 nach Zeitz ins Haus des dortigen Kanzlers Veit Ludwig von Seckendorff. Daran schloss sich ab 1679 sein Universitätsbesuch an, zunächst Leipzig, vorübergehend in Rinteln, danach wieder in Leipzig. Eine längere Kavalierstour führte E. ab 1684 mit Aufenthalt in Paris u.a. mit dem sächsischen Kurprinzen, dem späteren Johann Georg IV., zusammen. Der Tod des jüngeren Bruders rief E. wegen der Lehensnachfolge 1686 in die Heimat zurück. Eine erste höfische Stellung erhielt E. als Kammerjunker der pfälzischen Kurfürstenwitwe, Wilhelmine Ernestine, die als geborene Prinzessin von Dänemark zu ihrer Schwester Anna Sophia, der Ehefrau des sächsischen Kurfürsten Johann Georg III., nach Sachsen gezogen war. In dieser Eigenschaft wurde E. auch an den dänischen Königshof gesandt. Nach seiner Rückkehr wurde E. Kammerjunker des sächsischen Kurprinzen Johann Georg (IV.). In dieser Zeit traten bei E. erste Gichtanfälle auf; eine Krankheit, deren Symptome sich in den Folgejahren verstärkten. – Kurfürst Johann Georg IV. bestallte E. bei seinem Regierungsantritt 1691 zum Vize-Kreishauptmann im zum Erzgebirgischen Kreis gehörigen freibergischen Kreis (Kreisamt). Dieses Amt behielt er auch 1694 nach dem Regierungswechsel zu Friedrich August I. (August II., der Starke). 1698 wurde E. außerdem Kammerherr, aber v.a. Wirklicher Kammer- und Bergrat sowie Titulargeheimrat. Als Wolf Dietrich von Beichlingen 1700 zum Oberstkanzler ernannt wurde, bedeutete dies auch für E. den Höhepunkt seiner Karriere als Kammerpräsident. Als Vertrauter von Beichlingen wurde E. bei dessen Sturz 1703 ebenfalls arretiert und ohne Anklage vier Jahre in Haft gehalten. – Der Güterbesitz von E. umfasste seit der Teilung des väterlichen Besitzes die schriftsässige Herrschaft Weißbach bei Zschopau (Erzgebirgischer Kreis). Dort erhielt er 1694 das Privileg zur Errichtung eines Eisenhammers, der bis ins 19. Jahrhundert betrieben wurde. Teilweise Konfiskationen seiner Güter führten zum finanziellen Ruin von E., der fünf Jahre nach seiner Entlassung aus der Haft - nur 50-jährig - verstarb.



Q  A. Kunad, Safft und Krafft der Glaubens-vollen Worte, Leichenpredigt, Dresden 1712; Sächsisches Staatsarchiv - Hauptstaatsarchiv Dresden, 10024 Geheimer Rat, 10026 Geheimes Kabinett.

L  C. Heinker, Die Bürde des Amtes - die Würde des Titels. Der kursächsische Geheime Rat im 17. Jahrhundert, Leipzig 2015; S. Scholtz, Die Botschaft der Wetterfahne der Dittersdorfer Kirche. Zum Gedenken an Curt Heinrich von E. (1662-1712), in: Familie und Geschichte 24 (2015), H. 1, S. 385-394; Genealogisches Handbuch des Adels, hrsg. vom Deutschen Adelsarchiv e.V., Bd. 66, Limburg/Lahn 1977, Adelige Häuser A, Bd. XIV, S. 100f.



Christian Heinker
4.4.2016


Empfohlene Zitierweise:

Christian Heinker, Einsiedel (zu Weißbach), Kurt (Curt) Heinrich von, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (25.7.2017)

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