August Siegfried Graf von Schönburg
* 24.11.1678 Penig 15.4.1763 Glauchau Penig, Stadtkirche(ev.)
VWolf Heinrich II. (1648-1704), Graf von SchönburgMJuliana Catharina, geb. von Schönburg-Hinterglauchau (1643-1722)GHenriette Sophia (1670-1706); Hans Caspar (1671-1699); Wolf Heinrich (1672-1691); Magdalena Eleonora (1674-1720); Julius Heinrich (* 1675); Christiana Judith (* † 1676); Aemilia Juliana (* † 1677); Erdmuthe Louise (1679-1680); Constantin (1681-1740); Maria Christiana (* † 1682); Friedrich Erdmann (1683-1729); Franz Carl (1683-1736) 1.Louise Maximiliana Eleonore Sophia, geb. von Schönburg-Wechselburg (1676-1746)TAugusta Wilhelmine Albertine (* † 1707) 2.Elisabeth Sophie, geb. Freiin von Löwenkron (1714-1761)
GND: 139671137

A. erhielt eine standesgemäße Erziehung und Ausbildung am Zittauer Gymnasium. Ab 1697 besuchte er die Universität Leipzig und unternahm anschließend bis 1703 eine ausgedehnte Reise durch Deutschland, Frankreich und Italien. 1704 trat er zusammen mit seinen Brüdern Constantin, Friedrich Erdmann und Franz Carl die Regierung über die Herrschaft Penig und die Hälfte der Herrschaft Forderglauchau an. Zum Alleinbesitzer dieser Herrschaften wurde er jedoch erst 1740, als der letzte seiner Brüder kinderlos starb. – Wenngleich A.s Regentschaft von Zeitgenossen als fromm und gerecht gepriesen wurde, so fehlten doch letztendlich die geeigneten Machtmittel, um auf die politischen und wirtschaftlichen Erschütterungen der Zeit angemessen reagieren zu können. Vor allem die schwedische Besetzung der Herrschaft Penig im Nordischen Krieg 1706/07 ließ A. keinerlei eigenen Handlungsspielraum. Als es zu Tätlichkeiten gegen schwedische Soldaten kam, für die eine volkstümliche Überlieferung A. persönlich verantwortlich macht, wurde er verhaftet. Die ihm zuerkannte Strafe verbüßte jedoch ein Untertan. Einen noch schwereren Schicksalsschlag erlitt A. durch einen Stadtbrand in Penig am 30.6.1711, bei dem sein Residenzschloss niederbrannte. Da ein Wiederaufbau wegen fehlender Geldmittel nicht in Angriff genommen werden konnte, bewohnte A. 18 Jahre lang ein Bauerngut, ehe er 1729 nach Schloss Forderglauchau übersiedelte. 1721 schloss A. einen Vertrag mit seinen Brüdern, in dem er die alleinige Nutzung des Hauptteils der Herrschaft Penig erpachtete, doch führten wirtschaftliche Schwierigkeiten 1737 die Sequestration Penigs herbei. Die vom kursächsischen Amt Zwickau vollstreckte Zwangsverwaltung blieb mit vierjähriger Unterbrechung (1738-1741) bis 1765 bestehen, wobei 1744 dem Grafen Franz Heinrich von Schönburg-Wechselburg als Hauptgläubiger die Pacht überlassen wurde. – Im Streit um die schönburgische Landeshoheit geriet A. rasch in einen Interessenkonflikt. Als Besitzer des Reichsafterlehens Forderglauchau musste er sich entschieden gegen die kursächsischen Eingriffe in die schönburgischen Angelegenheiten wenden; als Besitzer des kursächsischen Lehens Penig drohte ihm bei Widersetzlichkeit gegen den Kurfürsten der Lehnsentzug. A. zeigte sich daher an einer gütlichen Einigung mit Kursachsen interessiert. Dennoch bedeutete die Eingliederung der Schönburgischen Herrschaften in das Kurfürstentum Sachsen durch die Rezesse vom 4.5.1740 auch für ihn den schmerzlichen Verlust zahlreicher Hoheitsrechte. – A. starb nach glückloser 59-jähriger Regierungszeit infolge eines Schlaganfalls. Da er keine Erben hinterließ, gingen seine Besitzungen an Graf Carl Heinrich II. von Schönburg-Wechselburg über.



Q  Sächsisches Staatsarchiv - Staatsarchiv Chemnitz, Schönburgische Gesamtregierung.

L  K.G. Eckardt, Genealogie und Familien-Geschichte des Hochfürstlichen und Hochgräflichen Hauses Schönburg, [o.O.] 1853, S. 393-399 [MS]; O. Ackermann, Die Entwicklung der Landwirtschaft auf den Vorwerken der schönburgischen Herrschaften Wechselburg und Penig vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Weida 1911, S. 71f.

P  Graf A. von Schönburg-Penig, J. G. W. Viertelshausen, ca. 1758/61, Öl auf Leinwand, Museum und Kunstsammlung Schloss Hinterglauchau, Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, Abteilung Deutsche Fotothek (Bildquelle).



Michael Wetzel
8.6.2007


Empfohlene Zitierweise:

Michael Wetzel, August Siegfried, Graf von Schönburg, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (27.3.2017)

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