Sixtus Albert
Kinder- und Jugendbuchautor, Herausgeber
* 12.5.1892 Hainichen 24.2.1960 Jena Jena, Nordfriedhof
VAndreas Friedrich (1855-1930), Gendarmerie-InspektorMIda Selma, geb. Lammel (1861-1926)GWalter Andreas (* 1885/86), Kinderbuchautor; Gertrud (* 1893); Johannes (* 1898)1915 Milda Flora Alwine, geb. Preußger (1890-1967)SWolfgang Manfred (* 1915, 1945 verschollen)
GND: 129018813


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S. besuchte ab Ostern 1898 die Volksschule Stolpen und ab 1902 die Volksschule in Reichenau (poln. Bogatynia). 1906 trat er in das Lehrerseminar in Pirna ein, wo er 1912 die Reifeprüfung mit Auszeichnung bestand. Anschließend arbeitete er als Vikar und Hilfslehrer in Altlöbau und Dürrhennersdorf. 1915 erhielt er eine Stelle als Lehrer an der Städtischen Realschule in Kirchberg bei Zwickau. – Zunächst wegen Kurzsichtigkeit ausgemustert, wurde S. im Dezember 1915 zum Militärdienst einberufen und als Infanterist an die Westfront geschickt. Eine schwere Verwundung im Frühjahr 1918 führte zu einem lebenslangen Leiden. Mitte Dezember 1918 nahm S. den Schuldienst in Kirchberg wieder auf, später arbeitete er in Glauchau. – Ab 1922 war S. literarisch tätig. Seinem Beispiel folgte sein älterer Bruder, der u.a. die Verse zu „Waldi. Ein lustiges Dackelbuch“ (1930) verfasst hat und unter dem Namen Walter Andreas veröffentlichte. Die erste Veröffentlichung von S. war das Märchenbuch „Mein Guckkästchen“ (1922), es folgten im Jahr darauf das Bienenmärchen „Das Brummerchen“ und weitere Märchenbücher. 1924 kam sein bekanntestes Bilderbuch „Die Häschenschule“ im Alfred-Hahn-Verlag Leipzig heraus, das mit den Illustrationen von Fritz Koch-Gotha heute zu den Klassikern der Kinderliteratur gehört und immer wieder neu aufgelegt wird. Ab 1925 erschien der erste und zweite Teil der Abenteuer-Trilogie „Die wilden Jungen von der Feuerburg“, 1929 der dritte Band „Ferien-Abenteuer der Feuerburg-Jungen“. Bis 1936 wurden von S. insgesamt 44 Bilderbücher, darunter „Die Zwergeisenbahn“ (1928) in englischer Sprache, zehn Märchenspiele, drei Abenteuerromane und zwei Gedichtsammlungen veröffentlicht. Auch für Kinderzeitungen schrieb er regelmäßig Gedichte und Geschichten, z.B. für „Hänsel und Gretel“, „Jung-Siegfried“, „Jugendlust“ oder die Kinderbeilage der Neuen Leipziger Zeitung. 1936 bis 1943 war S. Herausgeber des Jahrbuchs „Auerbachs Deutscher Kinderkalender“. Er verfasste Beiträge für dieses Jahrbuch, besorgte aber als „Kalendermann“ hauptsächlich die umfangreiche Korrespondenz mit Kindern aus aller Welt. S. ist es zu danken, dass der Kinderkalender, der 1935 unter Adolf Holst erstmals seit über 50 Jahren mit braunem Einband mit Hitlerjugend-Motiv, ab 1936 wieder in der gewohnten Aufmachung - rot mit Kindermotiv - erschien. Fortan war S. Repressalien der Nationalsozialisten ausgesetzt. Er wurde im Oktober 1937 von der Gestapo für zwei Tage verhaftet und in seiner literarischen Tätigkeit erheblich eingeschränkt. Seine „Feuerburg“-Trilogie wurde eingestampft, seine Bücher durften nicht in Schaufenstern gezeigt und nicht in Bücherlisten verzeichnet werden. Den Schikanen seines nationalsozialistisch gesinnten Schulleiters entzog er sich im Dezember 1938 durch einen Umzug nach Jena, wo er auch seine schriftstellerische Tätigkeit wieder aufnahm. – Nach dem Zweiten Weltkrieg, den S. in Jena erlebte, erschien 1956 „Die Häschenschule“ in schwedischer Übersetzung. Namhafte Illustratoren schmückten seine Texte, z.B. Else Wenz-Viëtor den Band „Grünbart, das Moosmännchen“ (1928), der später im Lappan-Verlag Oldenburg erschien, oder „Der Dackel-Schutzmann“ mit den Bildern von Ernst Kutzer. „Das Geheimnis des Riesenhügels“ (1941) wurde 1949 im Globus-Verlag Berlin und 1961 im Kinderbuchverlag der DDR neu aufgelegt. – 1997 entstand das Albert-Sixtus-Archiv in Kottmarsdorf bei Obercunnersdorf, das alle veröffentlichten und nicht veröffentlichten Werke, Manuskripte, Briefe und Dokumente von S. betreut und im Internet präsentiert. 2004 erschienen in einer Ausgabe des Albert-Sixtus-Archivs erstmals sämtliche Gedichtsammlungen von ihm in dem Band „Wir närrischen Menschen“.



W  Mein Guckkästchen, Charlottenburg 1922; Brummerchen, Charlottenburg 1923, 21925; Lerne was, so kannst du was, 1924; Gute Freunde, Esslingen/München 1924; Die Häschenschule, Leipzig 1924 (ND Leipzig 1956 [schwed.], ND Leipzig 1998 [ital.], ND Neckarsteinach 2007 [lat.], ND Boston 2009 [engl.]); Die wilden Jungen von der Feuerburg, Charlottenburg 1925 (ND Stuttgart 1951); Der Wolkenkönig, Reutlingen 1925; Allerlei Lustiges, Esslingen/München 1925; Im Heinzelmännchenreiche, Görlitz 1925; Nach Regen folgt Sonnenschein, Esslingen/München 1926; Im Katzenkränzchen, Leipzig 1926 (ND 1985); Im wunderbaren Puppenlande, Leipzig 1926 (ND 1982); Neue Abenteuer von der Feuerburg, Charlottenburg 1925, Stuttgart 41949; Wie Susi die Schönste wurde, Leipzig 1927; Wie Heini der Stärkste wurde, Leipzig 1927; Bubis Tagewerk, Leipzig 1927; Wir kleinen Handwerksleut, Leipzig 1927; Familie Dackelbein in der Großstadt, Leipzig 1927; Der Dackel-Schutzmann, Leipzig 1927; Die Zwergeisenbahn, Leipzig 1928 (ND Bonn 1951, New York/ Toronto 1930 [engl.]); Weihnachten im Puppenhaus, Leipzig 1928; Struwwelpeter im Weihnachtswalde, Leipzig 1928; Ulkige Sachen zum Tränenlachen, Leipzig 1928; Beim Puppenmütterchen, Leipzig 1928; Der Zuckertütenbaum, Leipzig 1928; Der faule Teddybär, Stuttgart 1928; Das lustige Kasperle-Buch, Oldenburg 1928; Grünbart, das Moosmännchen, Oldenburg 1928, 21985; Klipper-Klapper, Kindergedichte, Halle 1929, 21947; Ferien-Abenteuer der Feuerburg-Jungen, Charlottenburg 1929; Die beiden Ausreißer, Hildesheim 1931; Schützenfest in Katzenhausen, Leipzig 1933, 21987; Das Geheimnis des Riesenhügels, Berlin 1941, 41962; (Hg.), Auerbachs Deutscher Kinderkalender, Leipzig 1936-1943; Das zerstörte Zwergenstädtchen, Nürnberg 1949; Die Gespenstermühle in der Silberschlucht, Stuttgart 1951, 21954.

L  DBA II; Kürschners Deutscher Literaturkalender, Nekrolog 1936-1970, Berlin 1973 (ND München 1998), S. 636; K. Doderer (Hg.), Lexikon der Kinder- und Jugendliteratur, Bd. 3, Weinheim/Basel 1979, S. 407; Albert-Sixtus-Archiv, online: www.albert-sixtus.de.

P  Albert S., 1927, Fotografie, Albert-Sixtus-Archiv Kottmar (Bildquelle).



Manfred Altner
19.11.2009


Empfohlene Zitierweise:

Manfred Altner, Sixtus, Albert, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky,
Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ (11.12.2017)

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